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Tour:
Bern - Susten - Oberalp - Chur
Region:
Bern Uri Graubünden
Kilometer:
240.00
Höhenmeter:
3224
Zeit:
11:17:00
Bemerkungen:
Bern - Chur (über Susten und Oberalp) in einem Stück zu machen, wird man sich
wahrscheinlich höchstens dann antun wollen, um sich einen Saison- oder gar
Hobbysportskarrierehöhepunkt setzten zu wollen, es sei denn man betreibe Triathlon oder
dergleichen mehr. Da man lange unterwegs sein wird, bricht man mit Vorteil zu den Zeiten in Bern
auf, die BergsteigerInnen unter dem Begriff <<zeitiger Aufbruch>> zu beschönigen
pflegen. Zeitiger Aufbruch bietet aber auch: verkehrsfreie Hauptstrassen, abgasfreie
Bäckereidüfte und wieder mal die Morgendämmerung miterleben zu können.
Bern-Thun also mit dem Vorteil des kürzesten Weges über die Hauptstrasse quasi
ungestört, in Thun links bleiben für das rechte Thunerseeufer (Oberhofen, Merligen),
dessen Strasse und Dörfer deutlich niedlicher sind als die gegenüber. Interlaken am
Erwachen, aber immer noch verkehrsruhig genug. Der Abschnitt entlang des Brienzersees ist auch zu
normalen Zeiten nicht übermässig befahren. Erst ca. 12 Kilometer vor Meiringen lohnt sich
eine Velowegvariante entlang des Flugplatzes einzuschlagen. Den Susten von Meiringen nach Wassen zu
überqueren, gehört zum Schöneren dieser Tour: wenig Verkehr (Ende August `99 unter
der Woche gefahren), prächtige Ausblicke im Gadmental auf die Wendenstöcke und den
Steingletscher. Etwas ebenfalls besonderes am Susten ist die Tatsache, dass die Passstrasse relativ
jung (50 Jahre) ist und als Ganzes geplant und gebaut wurde. Wenn man andere Passstrecken, die sich
in der Regel aus Einzelabschnitte aus verschiedensten Epochen zusammensetzen, schätzt man den
einheitlichen Charakter dieser Gesamtplanung. Da die Strecke von der Passhöhe nach Wassen
weniger kurvenreich ist, fällt auch die Abfahrt angenehm aus. Ganz im Gegensatz dazu der
Aufstieg Wassen-Andermatt (Schöllenen): wegen viel Verkehr, engen Verhältnissen (plus
Strassensanierungen) und viel Galerieabschnitten ist er ziemlich unangenehm. Ein wenig freundlicher
ist die eigentliche Oberalpstrecke, wenn sie auch als wichtige und gut ausgebaute Verbindung
(breite Strasse begleitet von der Bahnlinie) einen recht gepflegten, gezähmten und weniger
<<alpinen>> Eindruck als der Susten macht. Die Abfahrt vom Oberalp nach Illanz durch
die Surselva ist zwar tatsächlich ein langes Hinunterfahren, das einem zur willkommenen
Zwischenerholung von den vorangehenden Steigerei verhilft, aber die recht unterschiedliche
Strassenqualität, und die doch stattliche Distanz machen einem den Abschnitt lang genug.
Fortsetzung nach Illanz: rechts durch die Dörfer Castrisch, Calendas, Versam: zwar sind hier
nochmals 200 Höhenmeter zu bewältigen, etwas, auf das man nach mehr als 200 Kilometer
Fahren wohl nicht ungern verzichten könnte, man wird aber durch eine so spektakuläre
Landschaft geführt, dass man die Anstrengung ein fast letztes Mal leicht übergehen kann.
Zwischen Illanz und Versam liegt das grösste Bergsturzgebiet Europas. Nach dem Rückzug
der letzten Gletscher krachten hier Unmengen (Kalk)Gestein ins Tal, durch das sich der Vorderrhein
in pittoresken Schluchten gezwängt hat. Die Strasse führt einen mitten durch, und wird
wenig befahren, da die Hauptverbindung auf der gegenüberliegenden Talseite durch Flims geht.
Nach Versam wird man sich sowieso nicht mehr aufhalten lassen, da das Unternehmen soweit
geglückt ist. Die Anfahrt nach Chur ist ziemlich unschön (die Velowegvariante habe ich
ignoriert), aber den meisten wird das auch kaum mehr eine Rolle spielen. Diese Tour ist von Thierry
Corbat.
Karte:
Strassenkarte der Schweiz Andermatt
Route:
Bern - Thun - Meiringen - Innertkirchen - Susten - Wassen - Andermatt - Oberalp - Disentis - Ilanz
- Versam - Chur
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